Tolle Erlebnisse trotz Regen

Begeistert packen die Kinder Netzli und Plastikbecken, um auf die Jagd nach Kleintieren im Tümpel zu gehen. Das trübe Wetter ist schnell vergessen – jetzt zählt nur noch, wer das coolste Tier herauszuziehen vermag. Ein paar Minuten später geht die Diskussion los. Was ist denn das für ein zuckender, roter Wurm? Oh! Da bewegt sich ja ein Zweig! Wieso schwimmt denn der Käfer auf dem Rücken??? Zum Glück steht ein Tisch mit Bestimmungskarten und Binokularen bereit. Unter fachkundiger Anleitung einer Biologin können alle Fragen beantwortet werden. Der rote Wurm ist eigentlich eine Mückenlarve, der lebendige Zweig eine Stabwanze und der vermeintliche Käfer ein Rückenschwimmer, der zu den Wanzen gehört. Er transportiert einen Vorrat an Luft am Bauch mit und muss deshalb auf dem Rücken schwimmen.

Für René Hoess, den Libellenspezialisten, ist der Regen am Nachmittag ein unliebsamer Gast, denn bei Regen fliegen die Libellen nicht. Zum Glück konnte er am Morgen noch ein schönes Exemplar einer Blaugrünen Mosaikjungfer fangen und mitbringen. Und so wandelt er gekonnt seine geplante Exkursion in einen informativen Vortrag um.  Das Leben der Libellen beginnt im Wasser, erklärt er. Die räuberischen Larven müssen sich mehrmals häuten bis sie an einem Halm aus dem Wasser klettern und sich in eine erwachsene Libelle verwandeln. Zuerst platzt der Panzer am Rücken auf, dann zwängt sich das Tier aus der Larvenhaut. Das Entfalten der Flügel nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Einmal ausgehärtet sind sie extrem stabil. Die äusserste Zelle der Flügel ist zusätzlich verstärkt, damit sie bei den grossen Belastungen im Flug nicht einreisst. René Hoess hält die mitgebrachte Libelle zum Herumzeigen sogar an den Flügeln, ohne dass diese dabei Schaden nehmen.

Nach dem Spaghettiplausch am Abend steht ein weiteres Highlight auf dem Programm. Die Fledermausexpertin Anna Eichholzer entführt die Anwesenden mit Hilfe einer Beamer-Präsentation in die Welt dieser nachtaktiven Säugetiere. Fledermäuse stellen immerhin einen Drittel aller Säugetierarten der Schweiz! Und doch ist ihr Leben nur wenigen bekannt. Verräterische Kotbällchen weisen auf die Verstecke der Tiere hin: Spalten, Höhlen, Nistkästen, Dackstöcke, Holzhaufen und sogar Abdeckungen von Flachdächern bieten den Tieren den Tag über Schutz. Inzwischen ist es dunkel geworden und alle Teilnehmer fiebern der Exkursion ins Reservat entgegen. Ausgerüstet mit Batdetektoren pirscht sich die Gruppe ins Freie. Die Detektoren übersetzen die für menschliche Ohren nicht hörbaren Ultraschallrufe der Fledermäuse in ein lautes Knattern. Fasziniert werden die Geräte in die Höhe gehalten und plötzlich ruft Ella „da, da, da!!!!“, denn ihr Gerät hat das Signal einer Mückenfledermaus klar und deutlich  von sich gegeben. Angestrengt schauen nun alle in die Luft und tatsächlich flitzt plötzlich ein kleiner Schatten über die Gruppe.

Tag der Naturzentren
Tag der Naturzentren
Infozentrum Eichholz, Wabern